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Andacht
Pfingsten, Buchmalerei aus Petites Heures de Jean de Berry (14. Jh.), © Bibliothéque Nationale de France, Paris Die Geburt des Leibes Christi Manchmal habe ich mich gefragt, warum auf fast allen Pfingstbildern Maria zu sehen ist. Auch auf dem umseitige Bild ist sie vorne links mit einem roten Mantel zu sehen. Maria war nach Jesu Himmelfahrt mit den Aposteln zusammen: Damals trafen sich nicht nur die Jünger Jesu, sondern auch Frauen wie z.B. Martha oder Salome und Maria Magdalena. Zu diesem Kreis gehörte auch die Mutter Jesu. Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, hatte sie bei sich aufgenommen (auf dem Bild ist Johannes vorne rechts abgebildet). „Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“ (Apg 1,14) Dass die Mutter Jesu so exponiert dargestellt wird, hat m.E. noch einen anderen Grund. Maria ist die erste im Neuen Testament, die den Heiligen Geist empfängt; nach der Empfängnis trägt sie Jesus unter ihrem Herzen. (Das ist auch der Grund, warum Maria als einzige auf dem Bild ihre Hände auf ihr Herz legt.) An Pfingsten „empfängt“ sie wiederum - erneut wird der „Leib“ Christi geboren, diesmal aber in Form der christlichen Kirche. So erinnert uns diese Darstellung an das, was Maria beim Empfang des Heiligen Geistes sagte: „Siehe, ich bin des Herrn Magd“ (Lk 1,38). Wer den Heiligen Geist empfängt, ist Magd oder Knecht des einen Herrn Jesus Christus. Von nun an gehören alle, die den Geist empfangen, zu der einen Familie mit Gott als Vater, darum haben auch alle auf dem Bild einen Heiligenschein. An Pfingsten geht es um eine Neugeburt: Der Leib Christi wird „geboren“, Die Kirche wird geboren. Auch wir Christen werden durch den Heiligen Geist neu geboren und sind von nun nicht nur Kinder unserer irdischen Eltern, sondern auch Gottes Kinder Im Glauben geht es darum, das immer wieder alles neu wird: Jesus Christus macht alles neu. Ein gesegnetes Geburtstagsfest, Ihr Pfarrer Mika J. Herold |